Es klickt nicht einmal, als plötzlich alle Lichter im Haus verlöschen und nur noch das Heulen des Wind um das Haus zu hören ist. Stromausfall, seufzt meine Gastmutter und geht los, sammelt die Kerzen im ganzen Haus, das in gespenstischer Dunkelheit liegt. Ich zünde die Kerzen an, die sie mir gibt, stelle sie vor mir auf. Sie verbreiten ein warmes Licht, das mich träumen lässt. Und seit langer Zeit ziehe ich mein Notizbuch wieder aus der Manteltasche, wo es seit Ewigkeiten liegt, schnappe mir einen Bleistift und beginne zu schreiben. Erst zögerlich, die Wörter fließen nur stockend aus der silbern schimmernden Spitze heraus, und dann fülle ich Seite um Seite. Mit einzelnen Wörtern, Zeilen, ganzen Geschichten. Der Wind weht um das Haus, erzeugt eine Atmosphäre, durchdrunge von Melancholie und ein bisschen Gefahr. Und plötzlich bin ich fast froh, dass wir keinen Strom haben, weil ich das hier so sehr liebe. Dunkelheit schafft Fantasie. Denn was das Auge in der Dunkelheit nicht sieht, muss sich das Herz ausdenken.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen