8. Oktober 2012

pourquoi je ne peux pas être heureuse, tout simplement?

Ich lese seine Antwort, einmal, zweimal, dreimal. Ich weiß, dass ich kurz vor einer Entscheidung stehe, die womöglich alles verändern wird. Mein Herz ist so ausgefüllt mit widerstreitenden Gefühlen, es steht kurz vor der Explosion und ich sehe nur einen Weg, der nicht zum Wahnsinn führt. Hastig springe ich auf, rufe meiner Mutter "Ich bin draußen" zu, Jacke, linker Schuh, rechter Schuh, die muss ich auch mal wieder putzen, die Haustür schlägt hinter mir zu und ich laufe, so schnell ich kann.

Es ist nicht weit. Schon bald habe ich mein Ziel erreicht und erleichtert lehne ich mich an den dicken Baum, der direkt neben der spiegelnden Wasserfläche steht. Hierher komme ich immer, wenn ich nachdenken muss. Dann brauche ich die würzige Luft, die nach Regen und Hoffnung duftet, ich brauche die Bäume um mich herum, die ihre Blätter wie einen undurchlässigen Schutz über mir ausbreiten, ich brauche die Kühle des Wassers auf meinen Händen und meinem Gesicht, die mir Klarheit schenkt und mich wieder denken lässt.

Die Wasseroberfläche spiegelt mein Gesicht, die Verwirrung, die Unsicherheit und den Stolz. Ich will nicht zum Instrument in einem Spiel werden, ich werde keine Marionette sein. Neugier liegt in meinen Augen, die mich aus dem Wasser anblicken. Ja, ich will wissen, was passiert. Wenn ich ja sage, wenn ich vertraue. Aber die Furcht ist deutlich zu lesen. Ich will nicht verletzt werden, nicht hier und jetzt. Das würde ich nicht durchhalten, dann wäre alles verloren.

Die Anwesenheit der puren Lebendigkeit erfüllt mich mit Hoffnung. Ich werde das schaffen, egal, wie, wo, und wann.

Langsam mache ich mich wieder auf den Heimweg, und weiß ganz genau, wenn wieder alles verloren ist, dann muss ich nur hierher zurückkehren, und zu mir finden.

3 Kommentare:

  1. du schreibst so gut, so unglaublich gut.

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  2. Freut mich, wenn dir meine Fotos gefallen- noch mehr, wenn du meine Texte so sehr liebst.
    Es tut mir aber Leid.
    nein, ich denke nicht, dass ich für immer bloggen werde.
    aber im moment macht es spaß. und tut gut.
    also belasse ich es dabei.
    so einfach ist das.

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  3. Dein Text ist so schön geschrieben, ich kann es mir fast bildlich vorstellen. Wie du dich an den Baum lehnst, auf die spiegelnden Wasseroberfläche schaust... und dann der kostbare Moment, in dem man wieder klare Gedanken fassen kann und zurück zu sich selbst findet. Es ist schön, einen solchen Ort zu haben, an den man in solchen Situationen immer wieder zurück kommen kann.

    Liebe Grüße,
    Akosua

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