22. Dezember 2012

In the middle of everything

"Du stehst auf sie, stimmt's?", frage ich ihn vorsichtig. Er schaut sich um, nickt dann vorsichtig. Ich juble innerlich, es war irgendwie doch zu offensichtlich. Für mich. "Ich hab's mir doch gedacht." Er grinst und meint, man muss ja nicht eine Riesengeheimniskrämerei darum machen, auf wen man steht, und auf einmal verstehe ich ihn so gut. Er hat recht. Früher oder später weiß es sowieso jeder, und danm erst wird es interessant. "Klar. Damals, als ich in D verschossen war, hat's auch jeder Depp gewusst - und hat es was gemacht? Nein!" Er lacht. "Und dass er volle Kanne auf dich stand, war allerdings auch kein Geheimnis." "Siehst du!" Wir reden weiter, und irgendwann stelle ich fest, dass er gar nicht so übel ist, wie ich immer gedacht habe. Klar, er ist immer noch dieselbe neunmalkluge Nervensäge. Aber irgendwas hat sich heute abend geändert, die Schranken meiner Welt haben sich wieder verzogen. Weil ich hier jetzt nicht mehr nur voll und ganz akzeptiert werde, sondern weil sie mir vertrauen. Sie erzählen mir, in wen sie sich verliebt haben, dass sie angefangen haben zu rauchen, wen sie jetzt hassen, warum, welche Scheiße sie gebaut haben und was sie wieder gut machen wollen. Sie fragen mich um Rat, immer mich und nicht die anderen. Irgendwie bin ich die allgemeine Vertrauensperson geworden. Die, die alles für sich behalten kann und für jedes Problem eine Lösung findet. Ja, die Schranken haben sich eindeutig verzogen, die Grenzen ein Stück nach außen gerückt. Und ich fühle mich so unendlich glücklich, mittendrin zu sein, unendlich geehrt, dass sie mir alle vertrauen.

2 Kommentare:

  1. du bist ein guter mensch, das wusste ich. und sie scheinen es auch mehr und mehr festzustellen.
    Lina♥

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  2. Merci beaucoup :)

    Non je ne parle pas du tout allemand...
    Au plaisir, bisous xx

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