16. März 2013

There is no air left to breathe.

Ich kann nicht mehr. Tagtäglich ertrage ich Stunde um Stunde nichtstuerischer Langeweile, Schule, Lernen. Tagtäglich tue ich, was getan werden muss.
Und abends breche ich dann zusammen.

Mich verschlingt der endlose Strudel des grauen Alltagsprozesses. Ja, blumige Worte. Das ist das Einzige, was ich noch kann, Worte so in eine Reihenfolge bringen, dass sie anfangen zu klingen und auf der Zunge zu schmelzen, süß wie Honig oder scharf wie Glas. Aber das ist alles. Alles, was mich noch hält, und selbst das hält mich nicht mehr.

Langsam ist es irgendwo ins Hintertreffen geraten, mein Ich. Ich habe fast nichts mehr, was mir Spaß macht, und das Wenige, was noch bleibt, schneidet mir die Kehle durch, wenn es plötzlich weg ist.

Und das Schreiben ... ist auch nicht mehr das, was es einst war. Wegen diesem gottverdammten Neuanfang. Weil sie - die aus meiner Schule, jawohl - sie haben mir die letzte Zuflucht genommen, den einzigen Ort, an dem ich meine Gedanken mit Menschen teilen konnte, die so sind wie ich. Konnte. Seit ich hierher gezogen bin, ist mir niemand gefolgt. Die Worte, das Echo auf die meinigen - sie sind weg. Komplett. Es haben sich damals schon wenige um mich gekümmert, jetzt ist es niemand mehr. Nicht hier und auch nicht woanders. All die, denen ich über die Jahre vertraut habe, sind weg, sie können nichts tun.

Ich werde diesen Blog vermutlich demnächst löschen. Ich habe weder die Zeit noch die unendliche Geduld, mir wieder einen Leserkreis aufzubauen, ich kann niemanden zwingen, das hier alles zu lesen. (Ich kann es auch niemandem verdenken, wenn er das hier nicht liest.) Und wenn ich ihn lösche, dann wird das niemanden interessieren. Dann wird das nicht der über ein Jahr lang mühevoll aufgebaute Spiegel meiner Seele sein, sondern einfach einer von tausenden Blogs, die einfach von der Bildfläche verschwinden und durch einen Standardtext ersetzt werden.

Tja. Stimmt das denn niemanden nachdenklich?

3 Kommentare:

  1. und ich sage dir, dass du ihn nicht löschen sollst. ja, es stimmt mich nachdenklich.

    danke für dein verständnis und auch die widerrede.
    du hast mir das gegeben, was mir bei vielen fehlte.
    falls du diesen blog löschen solltest, würde es mich freuen, wenn wir uns vielleicht wieder mehr per mail (ich weiß, ich habe ewig nicht geantwortet..) oder besser bei facebook (wo ich immerhin regelmäßig aktiv bin, schreiben könnten.
    Liebste Grüße und fühl dich umarmt.
    Lina♥

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  2. Mich würde es interessieren, wenn du deinen Blog löschst. Ich lese deine Texte sehr gerne. Bis jetzt habe ich zwar leider nie ein Kommentar geschrieben, aber ich würde es doch sehr schade finden, wenn ich das nicht noch tun könnte. Ich kenne deinen Blog ja auch erst seit ca. einer oder zwei Wochen.

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  3. Mich stimmt es sehr nachdenklich, sonst hätte ich ja auch diesen Post nicht verfasst.
    Das, was du hier beschreibst, sind nicht nur Worte. Weißt du, es gibt eigentlich nur wenige Menschen, die mit Worten umgehen können, als wären sie deren Herz. Du kannst sowas und es würde ganz sicher jemanden interessieren, wenn du deinen Blog löschst. Mich nämlich auch.
    Ich kenne nicht viel von dir, nur diesen Blog. Ich weiß nicht, was da mit deinem alten Blog passiert es, aber es tut mir leid, denn das klingt nicht schön. So ein Blog ist eine Zuflucht, ein Ort, wo man Gedanken ausspricht, die manchmal genau die Leute nicht hören sollen, um die es geht. Ich stelle es mir schrecklich vor, wenn das aus den Fugen gerät...
    Hey, lass deinen Kopf nicht hängen. Wir alle haben im Leben scheiß Phasen und es kommt auch irgendwann wieder eine Gute. Mach weiter, bleib nicht stehen! Wenn du am Boden bist, haben die anderen das erreicht, was sie wollten.
    Ich bin mir sicher du schaffst das,
    fühl dich umarmt.
    Liebe Grüße ♥
    holding-o-n.blogspot.de

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